Die am 5. Januar 2023 in Kraft getretene Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet geschätzte 15 000 Unternehmen in Deutschland im Lagebericht zu erläutern, wie das Geschäftsmodell grundlegend von immateriellen Ressourcen abhängt und inwieweit diese eine Wertschöpfungsquelle darstellen. Immaterielle Ressourcen weisen eine große Schnittmenge mit nachhaltigen Aspekten der Unternehmensführung auf, konkrete Vorgaben zur Berichtspflicht werden von Seiten der Europäischen Union jedoch nicht gemacht.

Somit stehen alle von der Berichtspflicht betroffenen Akteure vor der Herausforderung, die EU-Vorgaben mit Blick auf die gestiegenen Informationsbedürfnisse und im Kontext der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen umzusetzen und anzuwenden.

White Paper als Diskussionsgrundlage

Die Bertelsmann Stiftung hat unter Einbeziehung des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) eine wissenschaftliche Einschätzung der Notwendigkeit der neuen Berichtspflicht zu immateriellen Vermögenswerten sowie zu den Möglichkeiten der Umsetzung der neuen Berichtspflicht erarbeiten lassen. Autorinnen des Papers sind Prof. Dr. Isabel von Keitz (FH Münster) und Kristina Schwedler (DRSC).

Das White Paper soll als Ausgangsbasis für eine pragmatische und umsetzungsorientierte Diskussion der Anwendung der CSRD fungieren.

  1. Was zählt zu den immateriellen Ressourcen und somit zu dem potenziellen Berichtsgegenstad?
  2. Welche Bedeutung haben immaterielle Ressourcen als Werttreiber für nachhaltigeres Wirtschaften für deutsche Unternehmen?
  3. Warum können immaterielle Ressourcen gem. den aktuellen regulatorischen Anforderungen im Abschluss nicht adäquat abgebildet werden und warum wird im Lagebericht über diese bisher nur unzureichend berichtet?
  4. Welche Konzepte und Initiativen zur (freiwilligen) Berichterstattung über immaterielle Ressourcen wurden in der Vergangenheit vorgeschlagen?
  5. Welche möglichen Stellschrauben sind bei der Umsetzung der neuen Berichtspflicht über immaterielle Ressourcen – auch mit Blick auf die gestiegenen Informationsbedürfnisse im Kontext der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen (Digitalisierung und Nachhaltigkeit) – zu beachten?

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